Babymassage – Wellness für dein Baby

Die Haut ist ein überaus vielseitiges Organ: Sie schützt unseren Organismus vor Krankheitserregern, Fremdsubstanzen und mechanischen Verletzungen. Sie absorbiert UV-Strahlung und ist wichtig für den Wärmehaushalt. Und ausserdem ist sie ein wichtiges Sinnesorgan und beherbergt Rezeptoren für das Empfinden von Druck, Wärme, Dehnung und Berührung.

Der Tastsinn wird bereits in der 8. Schwangerschaftswoche ausgebildet. Das ungeborene Kind lernt Berührungen wahrzunehmen und mit dem Gehirn auszuwerten. Zu Berührungen kommt es im Mutterleib, wenn der Fötus mit der Nabelschnur spielt, gegen die Gebärmutterwand stösst oder wenn das ungeborene Kind seinen eigenen Körper mit Händen und Füssen erforscht.
Nach der Geburt muss sich das Baby zuerst mit der grossen, weiten Welt auseinandersetzen und sich darin zurechtfinden, denn für das Baby sind Schwerkraft und unterschiedliche Temperaturen neue Erfahrungen.
Bei der Babymassage berühren wir das Kind sanft, streicheln es und regen die Wahrnehmung des Körpers an. Wir geben dem Neugeborenen dadurch etwas zurück, was es bereits in der Gebärmutter kennengelernt hat. Die Babymassage schenkt dem Baby Entspannung und Stimmulation, sie hilft bei Erkrankungen und sie stärkt den Bindungsaufbau zwischen Eltern und Kind:

EINS // Entspannung

Die indischen Massagegriffe führen vom Herzen weg Richtung Extremitäten. Diese Streichrichtung hat eine entspannende und lösende Wirkung auf den Körper des Babys:

  • Das Baby kann besser Schlafen
  • Stress und Stresshormone werden reduziert – der Spiegel der Entspannungshormone Serotonin und Oxytocin wird erhöht
  • Das Baby lernt sich zu entspannen und neigt zu weniger Hyperaktivität
  • Das Baby lernt, sich selber zu beruhigen (Selbstregulierung)
  • Muskelspannung normalisiert sich
  • Beweglichkeit erhöht sich

Die Babymassage ist Wellness für dein Baby – Ruhe, Entspannung, Geborgenheit. Es spürt, dass in diesem Moment die Mama oder der Papa Zeit hat, ganz da ist und sich ebenfalls vom Alltagsstress beruhigt.

ZWEI // Stimulation

In der Babymassage nach IAIM arbeiten wir auch mit schwedischen Massagegriffen. Diese Streichungen zum Herzen hin regen die Blutzirkulation an und damit auch viele andere Systeme:

  • Kreislauf, Verdauung, Immunsystem, Lymphatisches System, Nervensystem, Atmung, Koordination und Gleichgewicht
  • Die Koordination und das Zusammenspiel der unterschiedlichen Sinnessysteme (sensorische Integrität) wird angeregt
  • Durch regelmässige Berührung wird das Nervenzellwachstum gefördert
  • Ausscheidungsorgane werden in ihrer Funktion unterstützt
  • Der Muskeltonus und dessen Aufbau kann unterstützt werden
  • Die Lernfähigkeit kann erhöht werden

Das Baby lernt durch die Massage seine Körpergrenzen kennen und entdeckt seinen Körper. Dadurch entwickelt es ein Bewusstsein für den eigenen Körper – das ist ein wichtiger Baustein für ein gesundes Selbstvertrauen.

DREI // Erleichterung bei Erkrankungen

Einzelne Griffe oder Griffkombinationen können dem Baby bei Erkrankungen oder anderen Anspannungen Erleichterung bringen:

  • Lösen von Blähungen und Koliken
  • Anregung der Ausscheidung, Lösen von Verstopfung
  • Muskelverspannungen oder Wachstumsschmerzen sowie Zahnungsbeschwerden
  • Verschleimung der Lungen und Bronchien
  • Verschiedenste Anspannungen können gelöst werden

VIER // Interaktion

In der Babymassage nach IAIM nehmen wir uns viel Zeit für die Interaktion zwischen Baby und Eltern. Ganz im Speziellen fördern wir:

  • die verbale und nonverbale Kommunikation zwischen Baby und Eltern
  • den Bindungsaufbau
  • die Wahrnehmung mit allen Sinnen
  • die Toleranz
  • der frühzeitige Kontakt mit beiden Elternteilen
  • das Zugehörigkeitsgefühl

Es ist ganz wichtig, sein Baby während der Babymassage zu respektieren, seinen Willen anzunehmen und zu berücksichtigen. Wir fragen daher das Baby auch vor jeder Massage, ob wir Massieren dürfen. Wenn das Baby nicht will, respektieren wir seine Aussage und massieren nicht. Ebenso während der Massage: Sobald uns der Säugling zu verstehen gibt, das es genug von der Massage hat, brechen wir diese ab. Dadurch fühlt sich das Baby respektiert und wahrgenommen. Das stärkt das Selbstvertrauen des Babys in die eigene Kommunikation – es spürt seine Selbstwirksamkeit.

Durch die Babymassage treten wir in einen innigen Austausch zwischen Eltern und Kind. Wir nehmen uns Zeit für das Neugeborene und zeigen ihm Wertschätzung. Wir lernen zusammen mit dem Baby, Zeit der Stille und Ruhe in den hektischen Alltag einzubauen.
Die Babymassage kann in angepasster Form bis ins Teenageralter des Kindes gepflegt werden. Sie kann dann ein willkommener Rahmen sein, um sich in vertieften Gesprächen auszutauschen.

 

Der Schweizerische Verband für Babymassage setzt sich ein für die Verbreitung der Babymassage nach Vimala Schneider McClure.