Christian Gnos von familiengerecht: Er trägt seinen Sohn und das mit gutem Grund.

Sieben Gründe, weshalb Väter ihre Babys tragen sollten.

Manchmal sind es gerade die Väter, die für das Tragen ihres Babys einstehen: Durch das Tragen spüren sie ihr Baby hautnah und heissen es auf diese Weise willkommen. Die Mütter sind durch das Stillen sowiso sehr eng mit dem Kind verbunden, so dass ihnen die zusätzliche Nähe weniger wichtig ist.
Neben verschiedenen Tragetüchern (es gibt auch welche, die für Männer ganz akzeptabel sind) gibt es auch eine stattliche Anzahl von Tragehilfen, mit denen man das Baby bereits ab Geburt tragen kann. Ob Tragetuch oder Tragehilfe, das ist eher eine Frage der persönlichen Präferenzen. Deshalb gelten die folgenden Vorteile uneingeschränkt für Tragetuch und für Tragehilfe!

EINS // Du baust eine feinfühlige Beziehung auf

Das Tragen des Babys ist gerade für dich als Vater eine ideale Gelegenheit, dem jüngsten Familienmitglied ganz nahe zu kommen. Während dem Tragen spürst du die Signale des Babys sehr direkt. Das Baby meldet seine Bedürfnisse nämlich erst dann mit Schreien an, wenn die feineren Signale nicht gewirkt haben! Wenn das Kind erfährt, dass es verstanden und auf seine Bedürfnisse eingegangen wird, fühlt es sich sicherer. Das ist wichtig für den Aufbau einer tragfähigen Bindung zum Kind.

ZWEI // Du wirst weniger Sex haben

Kurz nach der Geburt wird sich deine Frau vor allem mit deinem Baby beschäftigen. Es ist alles neu und das Baby braucht viel Aufmerksamkeit, sodass du da etwas in den Hintergrund gerätst.
Am Ende der Schwangerschaft wird auch bei den Männern Prolaktin – ein Hormon, das bei den Frauen für die Milchsekretion verantwortlich ist – ausgeschüttet. Dieses Hormon regt nämlich bei beiden Geschlechtern das »Brutpflegeverhalten« an und der Fortpflanzungstrieb wird gedämpft. Das Tragen unterstützt die Prolaktinausschüttung und hilft dir damit, besser über diese Zeit hinwegzukommen …

DREI // Du kannst dein Kind beruhigen

Was kannst du tun, um das Kind zu beruhigen, wenn es ihm nicht wohl ist oder nicht einschlafen kann? Mütter haben es da ein bisschen einfacher: Das Stillen wirkt beruhigend auf den Säugling und lindert sogar dessen Schmerzen! Kein Wunder werden viele Säuglinge in den Schlaf gestillt. Leider funktioniert dieser Trick mit einem Fläschchen Milch nicht besonders gut: Das Fläschchen ist allzuoft leer, bevor das Kind schläft.
Das Kind lässt sich aber ziemlich sicher in den Schlaf tragen. Die eingebundene Haltung hilft dem Kind, sich zu Mitten und ruhig zu werden. Die Bewegung beim Herumlaufen lassen das Kind schnell einschlafen. Und wenn alles nichts nützt, kannst du an der frischen Luft spazieren gehen.

VIER // Du tust deiner Partnerin gut

Schwangerschaft und Geburt sind für den weiblichen Körper eine grosse Belastung. Es ist sinnvoll und wichtig, sich während dem Wochenbett zu schonen, damit sich Bauch- und Beckenbodenmuskulatur wieder regenerieren können. Deshalb sollte die Frau in dieser Zeit auch mit dem Tragen nicht übertreiben.
Hier hast du als Partner die Möglichkeit, in die Lücke zu springen und diesen Part zu übernehmen. Viele Männer beklagen, dass Mutter und Säugling eine Einheit bilden und sie als Väter aussen vor bleiben. Hier kann das Tragen des Babys dem Vater eine Rolle bei der Baby-Betreuung geben und dabei der Mutter etwas Erholung spenden.

FÜNF // Quality- versus Quantity-Time

Quality-Time! Der Begriff fällt immer dann, wenn es darum geht, dass sich der vielbeschäftigte Vater ab und zu mit den eigenen Kindern abgibt: Wenn man schon wenig Zeit mit den Kindern verbringt, dann aber mit hoher Qualität.
Die Qualität der Aktivität wird bei dieser Argumentation immer aus Sicht des Vaters gewertet. Ich glaube, dass es für das Kind vor allem darauf ankommt, dass der Papa greifbar ist und dass der Papa das Kind als eigenständige Person ernst nimmt. Welche Aktivität dabei unternommen wird, ist dabei nebensächlich.
Deshalb plädiere ich dafür, dass du möglichst viel Zeit mit deinen Kindern verbringst. Das Tragen kann dabei ein Anfang sein …

SECHS // Die Tragehilfe versperrt nicht den gesamten Kofferraum

Was gibt es nervigeres, als wenn der Kofferraum bereits gefüllt ist, bevor man etwas eingeladen hat (ausser dem Kinderwagen!). Aus Erfahrung kann ich bestätigen, dass eine Tragehilfe diesbezüglich viel Platz sparender ist. Ausserdem kann sich Mann auch sonst ohne Kinderwagen viel freier Bewegen.

SIEBEN // Du verteilst die Last auf mehreren Schultern

Es hilft deiner Partnerin und stärkt die Familie, wenn du dich aktiv an der Kinderbetreuung beteiligst und Verantwortung für die Familie übernimmst. Mit dem Tragen deines Kindes trägst du deine Familie auch im übertragenen Sinn, da du dich um die Kinder kümmerst und dich aktiv in der Familie einbringst.
Wenn Mütter einen grossen Teil der Kinderbetreuung übernehmen, ist das mit viel Arbeit verbunden – aber auch mit einer grossen psychischen Belastung, da ein grosser Teil der Verantwortung für die Kinder auf ihnen lastet!

Fazit

Das Tragen ist nicht nur für dein Baby eine tolle Sache. Die ganze Familie profitiert davon, wenn du dich durch das Tragen aktiv am Familienleben beteiligst und zu deinen Kindern eine tiefe Beziehung aufbaust.
Das Tragen eines Kleinkindes ist übrigens keine grosse Sache: Mit etwas Übung geht es problemlos von der Hand. Am besten, du übst das Tragen bereits vor der Geburt deines Kindes, so bist du bereit, wenn du dein Kind das erste Mal in den Händen halten kannst.