Wickelkreuztrage oder Känguru-Trage?

Sind Sie verwirrt durch Bezeichnungen wie Wickelkreuztrage oder Känguru? Macht nichts. Wir erklären die beiden Trageweisen und zählen die Vor- und Nachteile beider Bindearten auf.  

Für das Tragen vor dem Bauch mit Tragetuch gibt es verschiedene Binde­weisen. Am häufigsten werden heute die Wickel­kreuz­trage und die Känguru-Trage verwendet. Beide Bindearten können bereits ab Geburt benutzt werden und ermöglichen eine gute Anhock-Spreiz­haltung des Babys. Am besten, Sie wählen jene Trage­weise, mit der sie und ihr Kleines sich am wohlsten fühlen!

Manuela mit der Wickelkreuztrage

Manuela Gnos von familiengerecht demonstriert die Wickelkreuztrage

Wickelkreuztrage

Diese Trageweise haben wir benutzt, nachdem unser Sohn zu schwer für das elastische Tuch geworden war. Der Umstieg war kein Problem, da das Kind während dem Binden schon gut vom Tuch gesichert wird. Mit gewobenem Tuch sollten die beiden Tuchstränge nicht über dem Rücken des Babys aufgefächert werden, damit sich der Rücken des Kindes besser einrunden kann. Damit bei Neu­geborenen die Beinchen weniger über­spreizt werden, empfehlen wir, auf das Kreuzen der Tuch­stränge zwischen den Beinen des Babys zu verzichten. Statt dessen die Stränge unter dem Gesäss des Babys mehrmals verdrehen und dann unter den Füssen des Babys nach hinten führen und auf dem Rücken der tragenden Person verknoten.

Pros

  • das Baby wird während dem Binden vom Tuch stabilisiert
  • gute Anhock-Spreizhaltung möglich
  • der Baby-Rücken wird gut gestützt
  • Einrunden des Rückens möglich, wenn die Tuchstränge nicht über dem Rücken aufgefächert werden
  • dank der Querbahn weniger Gewicht auf den Schultern

Cons

  • durch die Querbahn können unerwünschte Druckstellen bei der Trageperson entstehen (z.B. Milchstau)
  • längeres Tuch als für Känguru nötig (ca. 4.60 Meter, mit der »Twist-Variante« eher etwas mehr)
  • die Querbahn verursacht mehr Druck auf Bauch und Magen der tragenden Person

Christian mit der fertig gebundenen Känguru-Trage

Christian Gnos von familiengerecht demonstriert Känguru-Trage

Känguru-Bindeweise

Im Gegensatz zur Wickel­kreuz­trage ist das Tuch bei der Känguru-Bindeweise beim Ein­setzen des Kindes noch recht lose und hilft nicht, das Kind zu stabi­lisieren. Der Tragende muss somit das Baby und die Tuch­stränge kontrol­lieren. Das braucht etwas Übung und manchmal etwas Geduld, wenn das Kind nicht mitmachen will und die Stränge von der Schulter zu reissen versucht!

Trotzdem ist diese Bindeweise einen Versuch wert! Die Anhock-Spreiz-Haltung des Kindes ist optimal (keine Überspreizung, Einrunden des Rückens problemlos möglich). Das Gewicht des Babys wird gut auf die oberen Rücken­muskeln des Trägers übertragen, was eine Aufrichtung des Ober­körpers und dadurch eine Entlastung des Becken­bodens zur Folge hat ­– ideal für Frauen nach der Geburt!

Pros

  • Anhock-Spreiz-Haltung optimal, kaum Tendenz zur Überspreizung
  • Baby kann Rücken optimal einrunden
  • Weniger Druck auf den Beckenboden der tragenden Person
  • Schläft das Kind ein, kann man es mit wenigen Handgriffen aus dem Beutel nehmen und ablegen (das kann gerade bei Frühchen in Notsituationen relevant sein)
  • kürzeres Tuch (um 3.60 Meter) ist leichter zu handhaben, wird weniger schmutzig wenn man draussen bindet und ist bei warmem Wetter angenehmer zu tragen
  • Dank guter Gewichtsübertragung bietet sich diese Bindeweise auch für schwerere Kinder an.

Cons

  • Am Anfang des Einbindens muss das Baby gut gehalten und gestützt werden.
  • Armfreiheit bei der Trageperson ist eingeschränkt – damit zu haushalten, ist umständlich.